Penguin Verlag
erschienen: 2024
ISBN: 978-3-328-11096-5
Klappenbroschur
172 Seiten
Preis: 18,00 EUR
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2022 und ausgezeichnet mit dem BücherFrauen-Literaturpreis „Christine“ 2023
erschienen: 2024
ISBN: 978-3-328-11096-5
Klappenbroschur
172 Seiten
Preis: 18,00 EUR
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2022 und ausgezeichnet mit dem BücherFrauen-Literaturpreis „Christine“ 2023
Roschal, Slata
153 Formen des Nichtseins
Roman
Auf den ersten Blick ist die Ich-Erzählerin Ksenia Lindau Russin, Deutsche, Jüdin, aufgewachsen unter Zeugen Jehovas, eine junge Frau, Mutter, Schriftstellerin und Wissenschaftlerin. Aber wer ist sie wirklich? Was ist ihre eigene Identität? Mit ihrer Sammlung von 153 Erfahrungen, Gesprächen, Textstücken aus Anzeigen, Traktaten und Tagebüchern versucht sie eine Antwort zu finden.
Als Kleinkind ist Ksenia mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland ausgewandert. Im Gymnasium hat sie gute Noten, aber keine Freunde. Das Familienleben ist geprägt von den strengen Regeln der Zeugen Jehovas. Als Jugendliche rebelliert sie dagegen, bleibt aber auch nach ihrem Auszug dem immer negativen Urteil ihrer Eltern ausgesetzt. Wie kann ein junger Mensch da Selbstvertrauen entwickeln?
Ksenia studiert Literaturwissenschaft, bekommt einen Sohn, heiratet, promoviert und kämpft mit psychischen Problemen, den klebrigen Fäden aus ihrer Vergangenheit.
Sehr gut nachvollziehbar und bedrückend zeigt Slata Roschal die Enge, in der ihre Erzählerin aufwächst. Moral und Vorschriften sind wichtiger als Zuwendung. Jedes Gelingen wird durch Kritik und Besserwisserei zunichtegemacht. Wie Ksenia sich aus all dem herauskämpfen kann und nicht aufgibt, beeindruckt. So schwer der Anfang des Buches auszuhalten ist – im weiteren Text entwickelt sich die Hoffnung, dass die Erzählerin ihr eigenes Leben und ihre eigenen Wertmaßstäbe findet, sich ermächtigt.
Slata Roschal hat mit ihrem stilistisch abwechslungsreichen Debütroman die passende Form und Sprache für die junge Erzählerin gefunden. Die „153 Formen des Nichtseins“ ergeben in ihrer Summe das Bild einer mutigen Frau. Ihre persönlichen und beruflichen Erfolge wertzuschätzen, bleibt ihre Herausforderung. Für die Leser*innen, mit dem Blick von außen, ist das leicht.
Die deutsche Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Slata Roschal erhielt für ihr literarisches Schaffen zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und das Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern. Sie wurde 1992 in Sankt Petersburg geboren. Heute lebt sie in München. Nach autobiographischen Bezügen der Autorin zu Ihrer Romanfigur zu fragen, bringt keinen Erkenntnisgewinn. Lassen Sie sich besser komplett auf diese starke Erzählerin Ksenia und ihren Text ein!
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