McCullers, Carson: Gesammelte Erzählungen
Diogenes Verlag
erschienen: 2005
ISBN: 978-3-257-23502-9
Taschenbuch
447 Seiten
Preis: 10,90 EUR

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McCullers, Carson


Gesammelte Erzählungen



In ihrem literarischen Werk beschäftigt sich die amerikanische Autorin Carson McCullers immer wieder mit Außenseitern, mit der Einsamkeit und dem Misslingen von (Liebes-)Beziehungen. Sicher ist es möglich, hier biographische Parallelen zu ziehen, aber es ist erstaunlich, dass McCullers ihre persönlichen Kämpfe und Enttäuschungen nicht in depressiv stimmende Literatur umsetzt. Vielmehr haben das frühe Ende einer unbeschwerten Kindheit, Krankheiten und eine jahrelange, meist unglückliche Liebesbeziehung ihren Blick geschärft für individuelle, wenig spektakuläre Schicksale. Mit sparsamen Mitteln, aber höchster Intensität schreibt sie über die Sehnsucht nach Liebe. Dabei wählt sie häufig den Blick von Jugendlichen, deren Schmerz noch unmittelbarer zu sein scheint. Niemals beurteilt McCullers die Wege, wie sich die Menschen in ihren Geschichten ihr Leben einrichten, um es lebbar zu machen. Mit großem Respekt stellt sie ihre Figuren dar und so traurig manche Begegnungen in ihren Büchern sind, so machen sie doch das Herz weit für die Vielfalt individueller Lebenswege.

Carson McCullers’ Lebensgeschichte war von Extremen geprägt: Sie wurde 1917 als Lieblingskind eines wohlhabenden Uhrmachers im US-Bundesstaat Georgia geboren. Früh erkennen die Eltern Carsons musikalische Begabung und so bekommt sie bereits mit fünf Jahren ein Klavier und Musikunterricht. Mit vierzehn beginnt Carson literarisch zu schreiben. Aus der verschlafenen Kleinstadt, in der sie aufwächst, flieht sie in die Literatur, liest Dostojewski, Tschechow und Tolstoi. Mit siebzehn reist sie alleine nach New York mit dem Ziel, Musik zu studieren und Pianistin zu werden. 1936 veröffentlicht die Neunzehnjährige ihre erste Erzählung „Wunderkind“ in der Avantgarde-Zeitschrift "Story", in der bekannte Autoren wie Truman Capote, Jerome D. Salinger und Tennessee Williams publizieren, und hat damit einen großen Erfolg. Mit 23 Jahren wird Carson McCullers wegen ihres Debütromans „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ als literarische Entdeckung gefeiert - und erleidet sie den ersten von drei Schlaganfällen. Ab 1947 ist Carson McCullers halbseitig gelähmt. In den folgenden Jahren bewegt sie sich zwischen schweren persönlichen Krisen, Krankheiten und beruflichen Erfolgen. Die Schriftstellerin stirbt 1967 mit nur 50 Jahren.

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