Suter, Martin: Business Class
Diogenes Verlag
erschienen: 2002
ISBN: 978-3-257-23319-3
Taschenbuch
231 Seiten
Preis: 11,00 EUR

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Suter, Martin


Business Class


Geschichten aus der Welt des Managements


Immer wieder habe ich mich beim Lesen von Martin Suters Weltwoche-Kolumnen gefragt, woher er wohl die gleichen Manager kennt wie ich. Seine Geschichten spielen zwar unverkennbar und mit manch charmantem Detail in der Schweiz - Suter bringt aber die charakteristischen Merkmale einer Spezies auf den Punkt, die die Entwicklung vieler Unternehmen gestaltet. Ihr Selbstwertgefühl hängt von ihrer Position im Organigramm ab und ihr Lebenselixier ist die Macht: „... einen theoretisch an die Luft setzen zu können, einfach nur, weil er Krawattennadeln trägt, ist irgendwie schon ein geiles Gefühl. Wenn er ganz ehrlich ist. Aber wenn Leimgruber ganz ehrlich wäre, hätte er es wohl kaum so weit gebracht.“ Diese Manager vernachlässigen ihre Familie – was die gelegentlich so sehr zu schätzen weiß, dass die Kinder im Urlaub fragen „Wievielmal schlafen, bis Papi wieder arbeiten muß?“ – und pflegen Beziehungen nur, wenn sie der Karriere nutzen. Ihr Handwerkszeug ist nicht fundiertes Wissen, sondern strategisches Geschick kombiniert mit der Fähigkeit, Illusionen aufzubauen: „Er war einer von denen, die Firmen dadurch sanierten, dass ihnen der Ruf vorausging, sie könnten Firmen sanieren.“ Mitarbeiter sind nur Human resources und Frauen am besten Assistentinnen. Kein Klischee ist zu finster, als dass Suter nicht dessen Wahrheitsgehalt mit einer Satire belegen kann.

Jede/r, die/der in einem mindestens mittelständischen Unternehmen arbeitet, kennt die, über die Suter schreibt und könnte unschwer weitere Anekdoten hinzufügen. Für alle, die unter dieser Sorte von Managern leiden, gibt es einen Trost: „Wenn dann am anderen Morgen Stocker um halb acht in die Firma einfällt und mit seiner steinernen Miene Angst und Schrecken verbreitet, kann sich niemand vorstellen, dass der gleiche Ferdinand Stocker nur ein paar Stunden früher in Hemd und Krawatte im Elternschlafzimmer stand, auf dem Kopf eine schon etwas ausgeleierte Herrenunterhose. Und seine Frau aus dem tiefsten Schlaf riß, damit sie ihn dafür bewundere. Aber wir, die es jetzt wissen, sollten uns das ab und zu vor Augen führen.“

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