Luck, Harry: Wiesn-Feuer
Allitera Verlag
erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86906-650-9
Taschenbuch
224 Seiten
Preis: 9,90 EUR

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Luck, Harry


Wiesn-Feuer


Oktoberfest-Krimi


Sommerloch bei der Münchner Tageszeitung: Die vermutete Affäre des Brauereibesitzers Kilian Schoberl ist das einzige zu bearbeitende Thema. Da erhält drei Wochen vor der Eröffnung des Oktoberfests Lokalredakteur Franz Litzka einen anonymen Brief, in dem ein Anschlag auf die Wiesn angekündigt wird - genau 25 Jahre nach dem verheerenden Wiesn-Attentat. Kurz darauf machen auf einer eilig einberufenen Sitzung die Chefin des Fremdenverkehrsamtes und der Sprecher der Wiesn-Wirte dem Oberbürgermeister klar, dass der zu erwartende Umsatz keinesfalls wegen dieser Bombendrohung gefährdet werden darf. Hauptkommissar Jürgen Sonne wird mit den Ermittlungen beauftragt. Inzwischen spricht sein Freund Litzka mit Opfern des Anschlags von 1980 und lernt dabei Kai Walbrecht kennen, der Mitglied einer Gruppe von Rechtsradikalen ist. Hat dieses „Aktionsbündnis“ etwas mit der Bombendrohung zu tun?

Harry Luck beginnt seinen dritten München-Krimi mit bayerischer Gemütlichkeit und steigert dann kontinuierlich das Tempo. Während der Countdown bis zum Anstich läuft, entwickelt der Autor mehrere mögliche Motive für einen Anschlag. Dan-Brown’sche-Szenenwechsel verstärken die Spannung und erst die letzten Seiten liefern ein vollständiges Bild der Täter. Bezüge zu lokalen Ereignissen in München und rechtsradikalen Vorfällen der jüngsten Vergangenheit unterstreichen die überzeugende Story, ohne der Peinlichkeit eines Enthüllungsromans zu verfallen. Und wie schön die schriftstellerische Phantasie über die Realität hinausgehen kann, zeigt sich in der Figur des Oberbürgermeister, der erst kurz im Amt ist und im Keller seines Reihenhauses heimlich den Bieranstich übt, um diesen ebenso souverän wie sein langjähriger Vorgänger im Amt zu meistern.

„Suspense“ vermittelt dieser Krimi nicht mit zahlreichen blutigen Morden, sondern aus dem Hintergrund des angeblich aufgeklärten Attentats von 1980. Der Abschlussbericht dazu überzeugt bis heute viele Menschen nicht und die Vermutung, dass er von politischen Interessen beeinflusst war, hält sich hartnäckig. Wie in seinen beiden ersten Büchern versteht es Harry Luck, mit seinem Erfahrungsschatz als politischer Journalist in München zu arbeiten und das „Was wäre wenn“ überzeugend zu gestalten. „Wiesn-Feuer“ ist allen Wiesn-Besucher/innen und München-Fans sehr zu empfehlen! Ihr Blick wird sich verändern ...

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